Zum Hauptinhalt springen
Startseite Aktuelles Einsatz für den Eisvogel
Ein Eisvogel sitzt auf einem Ast am Ufer der Amper

Einsatz für den Eisvogel

12.03.2026

Gemeinschaftliche Aktion zur Sanierung der Eisvogelbrutwand am Amperstausee Fürstenfeldbruck

Er zählt zu den schillerndsten heimischen Vogelarten und ist im Landkreis an der Amper zuhause: der Eisvogel. Für seinen Nachwuchs steht seit fast 30 Jahren eine künstliche Brutwand am Amperstausee in Fürstenfeldbruck. Diese wird ab heute mit vereinten Kräften von der Gebietsbetreuung Ampertal der Landschaftspflegeverbände Dachau und Fürstenfeldbruck, von den Stadtwerken Fürstenfeldbruck und dem LBV Fürstenfeldbruck gemeinsam saniert. Eine besondere Herausforderung ist dabei die schwer zugängliche Lage der Wand. Die Maßnahme rettet eine wichtige Kinderstube des seltenen Eisvogels, die dazu beiträgt, den Bestand des „blauen Juwels“ in der Region für die Zukunft zu sichern.  

Für seine Brut ist der Eisvogel auf sandige Steilufer angewiesen, in die er seine Brutröhren graben kann. Durch Eingriffe des Menschen, aber auch durch die geologischen Gegebenheiten, finden sich an der Amper solche Steilwände so gut wie nicht mehr. Um dem schillernden Flussbewohner eine geeignete Brutumgebung zu bieten, hat der LBV bereits 1997 die erste Eisvogelwand am Amperstausee in Fürstenfeldbruck errichtet. Zwei weitere Wände in der Nähe von Geiselbullach und Schöngeising folgten. Nach fast 30 Jahren müssen die Bruthilfen jetzt saniert werden.  

Naturschauplatz in schwieriger Lage

Die Sanierung der Eisvogelwand am Amperstausee wird dabei zum Gemeinschaftsprojekt von LBV, Landschaftspflegeverband und den Stadtwerken, denn sie ist eine Besonderheit: „Die Wand in Fürstenfeldbruck ist so platziert, dass Spaziergänger sie vom anderen Ufer aus gut beobachten können“, erklärt Wolfgang Kuhn, Gebietsbetreuer des Ampertals. „Dadurch bietet das Brutgeschehen des Eisvogels ein einzigartiges Naturerlebnis. Gleichzeitig ist die Wand weit genug entfernt, um die Vögel nicht zu stören.“ 

Diese außergewöhnliche Lage bringt aber auch eine Herausforderung mit sich, denn die Brutwand ist nur über das Wasser gut erreichbar. Deshalb ist heute das Boot der Stadtwerke Fürstenfeldbruck, das sonst für den Betrieb der Zugang zu den Wasserkraftwerken an der Amper zum Einsatz kommt, für den Artenschutz auf dem Fluss unterwegs.
„Selbstverständlich unterstützen wir diese besondere Form des Vogelschutzes mit unserer Ausrüstung“, kommentiert Christian Wiegner, Bereichsleiter Technik bei den Stadtwerken. „Denn als örtliches Versorgungsunternehmen haben wir eine regionale Verantwortung – einerseits versorgen wir unsere Kunden mit 100 % Ökostrom aus regenerativen Energiequellen. Darüber hinaus tragen wir durch unsere Tätigkeiten zum Schutz der Natur bzw. Umwelt in unserer Region bei.“

Am Stausee in der Nähe der Eisenbahnbrücke bringt es Beton, Kies, Folien und Werkzeuge zur Wand. Dort warten bereits Ehrenamtliche des LBV unter der Leitung von Clemens Krafft und Wolfgang Kuhn, die gemeinsam die Sanierung durchführen.

Erde, Steine und Beton

Während bei den beiden jüngeren Wänden die hölzernen Brutkisten durch maßgefertigte Edelstahlwannen ersetzt werden, müssen am Amperstausee die annähernd 30 Jahre alten Brutröhren erneuert werden. Die 40 cm bzw. 60 cm langen Betonröhren befinden sich nicht in einer Holzkiste, sondern sind in Steine und Erde eingebettet. 
„Wir müssen viel Material bewegen, um die Brutröhren, die damals Albert Soyer vom LBV Starnberg betoniert hat, zu ersetzen und auch von oben wieder gegen Feuchtigkeit und Mäusefraß abzusichern,“ erläutert Clemens Krafft die geplanten Arbeiten. Er betreut für den LBV – Landesbund für Vogel- und Naturschutz seit Jahren Eisvogel- und Uferschwalbenprojekte in Oberbayern. „Das Boot der Stadtwerke Fürstenfeldbruck ist uns dabei eine große Hilfe. So können wir gleich mit den Arbeiten loslegen.“  

Hand in Hand für die Eisvogelwand

Andere vereinte Kräfte haben die Sanierungen finanziert: Über eine Crowdfunding-Aktion auf der Plattform „Viele schaffen mehr“ der VR-Bank Fürstenfeldbruck kam der Betrag für die benötigten Materialien mithilfe privater Spenden und der Unterstützung der Bank schnell zusammen. 

Die Brutwand am Amperstausee wird dadurch zu einer Art Symbol für einen gemeinschaftlich erfolgreichen Artenschutz. Dank der heutigen Aktion steht die sanierte Kinderstube rechtzeitig für den Start der Eisvogel-Brutsaison Ende März wieder bereit. Damit bleibt auch den Menschen im Landkreis der atemberaubende Anblick erhalten, wenn das „blaue Juwel“ mit leuchtendem Gefieder pfeilschnell übers Wasser jagt.