In Muttersprache auf Kundenfang

(vom 30.06.2015)

In letzter Zeit wurden Fälle bekannt, bei denen vereinzelte Stromanbieter versuchten, in unlauterer Art und Weise Kunden zu einem Wechsel ihres Stromversorgers zu bewegen.

„Uns wurde berichtet, dass sich Personen bei unseren Kunden direkt an der Haustüre oder am Telefon als lokaler Energieversorger bzw. Partner der Stadtwerke vorgestellt haben. Sie erweckten den Eindruck, im Auftrag der Stadtwerke Fürstenfeldbruck zu handeln und versuchten gutgläubigen Kunden mit gezielten Falschaussagen und großem Nachdruck Stromlieferverträge zu fragwürdigen Konditionen und langen Laufzeiten zu vermitteln“, so Stilieani Bardelle, Abteilungsleiterin Shared Service der Stadtwerke Fürstenfeldbruck GmbH.

Das Interesse richtet sich dieses Mal gezielt auf Bürger mit Migrationshintergrund. Diese werden direkt in ihrer Muttersprache, etwa in türkisch, angesprochen und mit verschiedenen Behauptungen sowie Versprechungen konfrontiert. So könne man mit dem Wechsel in einen Sondertarif viel Geld sparen. Oder es müssten die bestehenden Vertragsdaten aufgrund eines Tarifwechsels neu aufgenommen werden. Dazu müsse man lediglich die Bankverbindung sowie die Zählernummer angeben.

In jedem Fall ist eine Zustimmung des Kunden erforderlich. Mit dieser wird jedoch ein neuer Stromliefervertrag bei einem ganz anderen Anbieter abgeschlossen und der bisherige Vertrag mit den Stadtwerken gekündigt. Diese Verträge können Mindestlaufzeiten von bis zu zwei Jahren haben.

Besonders in den vergangenen Tagen erhielten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtwerke Fürstenfeldbruck verstärkt Anfragen von besorgten Kunden, warum Telefonnummern weitergegeben wurden und ob ein solches Verhalten nötig sei.

“Die Antwort lautet ganz klar: Nein!“, so Bardelle weiter und ergänzt: „Wir, die Stadtwerke Fürstenfeldbruck, arbeiten weder mit Handelsvertretern zusammen, noch bieten wir unsere Produkte an der Haustür an.“ Außerdem werden niemals Kundendaten weitergegeben oder unseriöse Angebote am Telefon verbreitet; nicht zuletzt, weil unverlangte Telefonwerbung gegen geltendes Recht verstößt.

Um mögliche wettbewerbsrechtlicher Ansprüche geltend machen zu können, sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im KundenCenter unter der Telefonnummer (08141) 401-111 für Hinweise dankbar. Kunden, die voreilig einen Vertrag abgeschlossen haben, steht möglicherweise ein Widerrufsrecht zu. „Diese sollten einen Anwalt einschalten und ihren Fall aus juristischer Sicht prüfen lassen. Um etwaige Fristen einzuhalten, ist ein schnelles Handeln unerlässlich“, rät Bardelle.

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