Gericht stoppt Pucher Windrad endgültig

(vom 27.05.2015)

Das Windrad in Puch darf nicht gebaut werden. Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof hat den Antrag der Stadtwerke Fürstenfeldbruck auf Zulassung der Berufung im Zusammenhang mit dem Bau der geplanten Windenergieanlage abgewiesen. Damit ist das letzte ordentliche Rechtsmittel ausgeschöpft.

„Das endgültige Aus für das Windrad in Puch ist eine große Enttäuschung und ein herber Rückschlag. Die Entscheidung betrifft aber nicht nur uns, sondern kann Signalcharakter für zahlreiche weitere Windkraftprojekte haben und damit für die Umsetzung der Energiewende in Bayern überhaupt. Daher hätte ich mir etwas mehr Weitblick bei der Entscheidungsfindung gewünscht“, so Enno Steffens, Geschäftsführer der Stadtwerke Fürstenfeldbruck in einer ersten Reaktion.

Mit der Abweisung des Antrages auf Zulassung der Berufung stützt das Gericht das Urteil aus erster Instanz. Darin wird dem Denkmalschutz eine höhere Bedeutung beigemessen als der geplanten Windenergieanlage in Puch. Geklagt hatte die Kuratiekirchenstiftung St.Sebastian Puch.

„Man muss sich schon fragen, wie die katholische Kirche zum einen das klare Bekenntnis zur Energiewende und zum anderen das vehemente Vorgehen gegen deren Umsetzung plausibel erklären will. Leider haben die Verantwortlichen mein Angebot zum Dialog bis heute nicht angenommen“, so Steffens weiter.

Die Stadtwerke Fürstenfeldbruck zeigen ein großes Engagement im Bereich Windenergie. Das erste Windrad wurde in der Nähe von Mammendorf zum Jahreswechsel in Betrieb genommen und produziert seitdem sehr erfolgreich klimafreundlichen Strom. Ein Zweites wird derzeit in Malching gebaut.

Durch das Aus für das Pucher Windrad lässt sich Steffens nicht entmutigen. Er wünscht sich jedoch mehr Unterstützung von der Politik: „Leider ist derzeit keine klare Linie zu erkennen, die Verantwortung für die Umsetzung der Energiewende wird ständig hin- und hergeschoben. Wenn man keine Trassen nach Bayern will, muss der Strom aber dezentral produziert werden. Hier bietet sich die Windenergie als ein praktikabler Baustein der Energiewende an. Das funktioniert aber nur mit deutlich konsequenteren und weitreichenderen Vorgaben und ohne weiteres Störfeuer wie etwa durch die 10H-Regelung.“

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